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Physik zum Frühstück

  • aj
  • 3. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Apr.

Ein sonniger Sonntagmorgen in einem Stop-over-Hotel in Vorarlberg, unweit der Rheintal-Autobahn. Am Buffet waren allerlei leckere Sachen aufgebaut, die man für einen guten Start in den Tag benötigt. Ich persönlich freue mich ja in Hotels immer extrem, wenn es Eier zum Frühstück gibt. Eier in jeder Zubereitungsform - am besten mit irgendwas Deftigem wie krossem Speck oder Würstchen – und mein Tag kann beginnen.


Auch in diesem Hotel gab es Eier. Sie waren bereits gekocht und lagen, mit einer bestickten Stoffserviette feinsäuberlich zugedeckt, in einem kleinen Körbchen. Daneben standen noch ein Eierkarton mit rohen Eiern sowie ein Eierkocher. Ein alleinreisender Herr im feinen Zwirn nahm sich so ein gekochtes Frühstücksei mit an seinen Tisch. Aber offensichtlich gefiel ihm nicht, was er unter der Schale vorfand. Jedenfalls war er kein Weichei: Entschlossen schritt er erneut ans Buffet und nahm sich noch so ein gekochtes Ei aus dem Körbchen. Diesmal aber legte er das Ei in den Eierkocher und versuchte - zum Glück vergeblich - ihn einzuschalten.


Eine männliche Servicekraft, die das Drama ebenfalls beobachtet hatte, eilte sogleich herbei und fragte etwas irritiert den feinen Herrn, was er denn mit dem Ei im Eierkocher vorhabe, da dieses ja bereits gekocht sei. Der Mann im Anzug antwortete: „Ja, ich weiß, aber es ist mir noch zu hart. Darum lege ich es nochmal in den Eierkocher. Ich bevorzuge stets weichere Frühstückseier.“


Eieiei, da hat wohl jemand schon zu lange im Hotel gelebt… im Hotel Mama.

Aber zumindest der Optimismus des Herrn war durchaus bemerkenswert. Andere Menschen akzeptieren einfach die Naturgesetze. Er hingegen war wohl noch am verhandeln. - Mein Tag war jedenfalls gerettet - und das nicht nur wegen der Eier.



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